Männer, mal wieder
Frau Nessy, die auf meiner Blogroll, hätte ich denn eine, die Nummer eins wäre, schreibt über Online-Partnerbörsen. Dazu kann ich nicht viel sagen – aber offline gibt es ja ähnliches. Tischherren zum Beispiel. Damit verhält es sich wie mit Forrest Gumps Pralinen: man weiß vorher nie, was einen erwartet und mal hat man Glück. Mal hat man Pech.

Das erste Mal zum Beispiel, es ist schon einige Jahre her, hatte ich ziemliches Pech. Es gibt gute Gründe, warum auf Balleinladungen die Veranstalter nach Größe und Alter fragen: Zweck ist nicht – wie mir eine Gastgeberin vor kurzem berichtete – T-Shirts für alle Drucken zu lassen, und die Unterscheidung M gegen XL tut nichts zur Sache. Vielmehr sind Größe und Alter wesentliche Kriterien fürs Match-Making. Selbstverständlich werden Paare auseinandergesetzt – außer in der Verlobungszeit – allerdings möglichst Paare zu Paaren und Singles zu Singles, auch das erhöht die Erfolgschancen. Wir sind schließlich alle nicht naiv, und Bälle sind zwar zuerst fürs Feiern mit guten Freunden gedacht, aber gleich danach – zumindest für die alleinstehenden Besucher und Besucherinnen – auch ein Hochzeitsmarkt. Und wer es nicht glaubt: ich habe von mehr als einem Paar gehört, das als Tischherr und Tischdame die gemeinsame Geschichte begann.

Jedenfalls, trotz der beflissenen Frage nach dem Alter, war mein erster Tischherr zarte 19 Jahre jung, damit deutlich jünger als ich, und er benahm sich auch so. Unter lauter Studenten war meine Frage nach Studienfach und -ort durchaus verständlich, aber es war trotzdem ein schlechter Start:
„Ich gehe noch zur Schule.“
Und wo?
„In Freiburg.“
Ob er schon wisse, was er danach machen wolle?
„Nein.“
Ob es nicht Fächer gebe, die ihn interessieren würden?
„Nichts besonderes, nein.“
Ich mühte mich weiter, er käme dann wohl auch aus Freiburg, ursprünglich?
„Ja.“
Schöne Stadt, kommentierte ich, das Münster, die Bächle...
„Ja.“
Über die Gastgeber plauscht es sich vielleicht einfacher, überlegte ich. Woher er die kenne?
„Über Freunde.“
Was für Freunde?
„Schulfreunde“.
So quälten wir uns durch Vorspeise, Hauptgericht, Dessert, nichts interessierte ihn. Nicht das Essen, nicht der schöne Raum, nicht die Stadt, am allerwenigsten ich. Nach dem Dessert entschuldigte er sich kurz – er könne ohnehin kein Walzer tanzen, informierte er mich, und danach habe ich ihn nicht wieder gesehen, obwohl das Fest durchaus überschaubare Dimensionen hatte. Im weiteren Verlauf harrte ich 20 Minuten in angespannter Konversationen mit einer älteren Dame aus, die sich zu mir setzte, bis ich irgendwann durch gleichermaßen ältere Herren erlöst wurde.

Nach diesem desillusionierenden Start auf dem gesellschaftlichen Parkett hatte ich keine hohen Hoffnungen beim nächsten Fest, wurde aber eines Besseren belehrt. Ich hatte Tischherren, die so tanzwütig waren, daß sie schon vor dem Essen loslegen wollte (davon konnte ich den fraglichen Herrn abhalten, versteht sich), Tischherren mit Humor, Tischherren von vollendeter Höflichkeit. Mir wurden Stühle zurechtgerückt, Teller getragen, vorgelegt am Buffet, und kann insgesamt nicht klagen - der Vater meiner Kinder war allerdings bisher nicht dabei.

In den letzten Jahren hatte ich seltener Tischherren, für den Ball in Wien habe ich das Tanzsportgerät aus meinen Freundeskreis einfliegen lassen, aber kürzlich war mir das Glück wahrhaftig hold. Mit dem Sektglas in der Hand schlenderte ich mit Freunden Richtung Placement, unbekannte Namen, eine Stunde später dann am Tisch der erste Eindruck: gar nicht schlecht. Größer als ich, sehr passable Optik, hatte er bereits die Dame zu seiner Linken aufgegabelt. Weiterhin am Tisch ein neuer Bekannter vom Vortag, ein loser Bekannter vom Vormonat und die beiden als Alleinunterhalter ein grandioses Team. Von dem durchaus amüsanten Tischgespräch bekam ich allerdings nur wenig mit, denn der Tischherr und ich hatten viel zu bereden. Ägypten! Libyen! Afghanistan! Alles äußerst attraktive Orte für dauerhafte Aufenthalte, wie wir beide fanden. Irgendwann brachten wir uns auch mal ins Tischgespräch ein, wo gerade die 9 Flirtstufen diskutiert wurden, die Bedeutung von mehrsekündigen „versehentlichen“ Körperkontakten und die Unterschiede zwischen verschiedenen Kulturen.

Bedauerlicherweise nahm er sich unwissentlich meinen ersten Tischpartner zum Vorbild und verschwand nach dem Dessert bis auf weiteres, so daß ich den Eröffnungswalzer verpasst habe und erst mal einige Zeit dumm rumstand. Irgendwann tauchte er wieder auf, es stand im Raum, daß er mich gleich auffordern würde, aber als ihm jemand anderes zuvorkam, ließ ich nichts anbrennen. Strafe muß sein. Das war, nebenbei, eine völlig richtige Entscheidung und bescherte mir einen wunderbaren Walzer (und am nächsten Tag Visitenkarte plus Einladung nach Frankfurt). Auch bei der zweiten Gelegenheit war ein anderer schneller (und ich kann gnadenlos sein, zumindest wenn es ums Tanzen geht), aber irgendwann fanden wir doch noch auf dem Parkett zusammen. Was soll ich sagen: er war nicht nur klug, vielseitig interessiert und nett, sondern konnte auch noch tanzen. Ziemlich gut sogar. Leider zu wenig, weil wir uns andauernd so viel zu sagen hatten, daß wir uns morgens um fünf kaum voneinander losreissen konnten, als die Rausschmeisser-Lichter angingen.

Ich habe einen Perlenohrring verloren und mir in der Dusche mit dem doppelseitigen Klebeband an der Innenseite des Kleides die Haut aufgerissen, aber all das war es wert. Dachte ich, denn er fragte am nächsten Morgen beim Frühstück nach meiner Telefonnummer. Und rief nicht an.

Nicht am Tag danach, natürlich, das wäre ja wohl zuviel erwartet, leider auch nicht am Donnerstag danach, nicht am Wochenende. Einfach gar nicht, dabei gebe ich mich nun wirklich nicht unnahbar, wenn ich Interesse habe. Zunehmend blöd kam ich mir vor, wie mein deutsches Handy in der Ecke lag und nicht klingelte. Wozu aber habe ich die besten Leser der Welt, an die ich mich ratsuchend wenden kann: Werte Herren der Schöpfung: warum? Warum fragen Männer nach einer Nummer, die sie gar nicht anrufen wollen? Helfen Sie mir bitte, den Mann, das unbekannte Wesen, besser zu verstehen - damit ich meine Nummer demnächst nicht mehr an Trottel ohne Eier in der Hose rausgebe. Oder was auch immer der Grund war.

Kommentieren




wajakla, Mittwoch, 20. April 2011, 07:09
Na ja, Eier hat er ja hoffentlich gehabt, Sie sollten es eigentlich wissen (aufgrund der Zeit zwischen Tanzen und Frühstücken). ;-)

Ist doch klar, warum: wieso nach einer erfolgreichen Nacht - Frau zwecks GV abgeschleppt - sich noch den Morgen mit einem langen Gesicht verderben?! Also artig gefragt, rosige Bäckchen der hormonellen Erregung getätschelt und nichts wie weg...

Meine erster Gedanke war zugegebenerweise: Männer, die auf Bälle gehen, haben eh keine Eier, sondern dominante Frauen, aber das erschien mir dann noch vor dem Frühstück etwas unkuschelig. ;-)

damenwahl, Mittwoch, 20. April 2011, 08:48
Nix abgeschleppt, so eine bin ich nicht. Wir haben tatsächlich vor allem geredet und uns wirklich gut verstanden. Wollen Männer über 30 denn immer noch vor allem anderen dasselbe wie Männer mit 20?

energist, Donnerstag, 21. April 2011, 16:27
Die Frage müßte doch lauten: wollen Männer, die sich zu einem Ball aufmachen, dasselbe wie Männer, die in die Zappelbude gehen?

(Außerdem: ist man nach einem Ball noch so aufgedreht fit, daß man überhaupt so rein körperlich… ? Also ich bin – selbst wenn man sowieso mit der Partnerin da ist – spätestens nach dem Stibitzen diverser Köstlichkeiten vom gerade eröffneten Frühstücksbuffet schneller eingeschlafen als ich mich betten konnte.)

damenwahl, Donnerstag, 21. April 2011, 16:32
Ich dachte - naiverweise - über 30jährige Männer auf Bällen seien nicht mehr nur aufs Abschleppen fixiert. Da war wohl der Wunsch Vater des Gedanken. Davon abgesehen gehe ich auf Bälle, um mich beim Tanzen zu verausgaben, nicht anderswo.

mmmb, Donnerstag, 21. April 2011, 17:24
Wollen alle Männer, die in "Zappelbuden" gehen, dasselbe? Das halte ich auch für ein Vorurteil. Also, ich will meist nur mit den Jungs und Mädels meines engeren Freundeskreises feiern. Erfahrungsgemäß ist es aber umfeldbedingt schwer, sich in einem Club mit unbekannten Personen vernünftig zu unterhalten. Das mag auf Bällen anders aussehen - nicht mein üblicher Aktionsraum.

ilnonno, Mittwoch, 20. April 2011, 08:42
Vielleicht ist dem Onkel am anderen Tag eingefallen, dass er sich die Mutter seiner zukünftigen Kinder doch eher im Elternbeirat von Anne-Sophies Kindergarten vorstellen kann als in Kabul...

damenwahl, Mittwoch, 20. April 2011, 08:48
Hm. Das wäre doof.

conma, Mittwoch, 20. April 2011, 09:57
Und hat er nicht seine Nummer hinterlassen?

damenwahl, Mittwoch, 20. April 2011, 10:16
Nein, er fragte nach meiner, ich schrieb sie auf und sagte: "ich freue mich, wenn Du anrufst", dann musste ich los, die anderen warteten nämlich schon im Auto auf mich.

dergeschichtenerzaehler, Mittwoch, 20. April 2011, 11:16
Ich bin ja eindeutig ein Herr, kann es mir aber nicht erklären. Der einzige plausible Grund ist wohl, dass er sich einfach nicht getraut hat.

Und warum fragen Sie eigentlich uns Männer? :) Es gibt so viele verschiedene Typen und die meisten davon verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Manche haben einen zu großen Respekt vor Frauen und manche haben fast gar keinen Respekt vor Frauen. Es gibt da halt eine große Bandbreite, um es mal technisch auszudrücken.

damenwahl, Mittwoch, 20. April 2011, 11:31
Nun ja, die Frauen dürften noch viel weniger eine Antwort wissen... und vielleicht tauschen Männer sich ja doch bei einem Bier über sowas aus? Wenn man sich aber so, so! gut unterhalten und ernsthaftes Interesse hat - wie kann man sich dann nicht trauen? Würde ich immer!

dergeschichtenerzaehler, Mittwoch, 20. April 2011, 11:57
Nein...Männer reden nur sehr selten über ihre Gefühle, auch untereinander.

So ein Telefonanruf ist gar nicht so einfach. Ich kann schlecht erklären wieso...für mich ist ein persönliches Gespräch einfacher als ein Anruf. Liegt wahrscheinlich daran, dass man sein gegenüber nicht sieht und nicht weiß wie sie reagiert.

damenwahl, Mittwoch, 20. April 2011, 12:16
Ich habe seine Nummer nicht - ihm dafür aber vor kurzem eine FB-Nachricht geschickt. Keine Antwort ist vermutlich auch eine Antwort, aber verstehen tu ich's trotzdem nicht.

ilnonno, Mittwoch, 20. April 2011, 12:28
Das mit dem Telefonieren scheint zumindest für manche wirklich ein Problem zu sein. Erst vorgestern erklärte mir ein guter Freund, dass er am Telefon außer Terminvereinbarungen nichts kann. Kein smalltalk, keine fachlichen Klärungen und schon gar kein Gespräch mit einer Frau.

Manchmal geht mir das auch so. An Tagen mit 50 Anrufen hebe ich nicht freiwillig ein weiteres mal den Hörer.

damenwahl, Mittwoch, 20. April 2011, 12:31
Meine Mailadresse hatte er auch, und auf FB bin ich leicht zu finden. Das wäre doch mal ein erster Schritt gewesen und man kann ganz viele Worte einsparen, so online?

ilnonno, Mittwoch, 20. April 2011, 12:51
Ja freilich. Wenn das nicht so einer ist wie einer meiner Freunde: ein wirklich lieber Kerl, nur sobald er vor einer Tastatur sitzt, entstehen nur barsche Sätze. Keine Ahnung warum.

Aber wenn jemand so gar nicht will bietet sich ein Blick auf die 3 Milliarden anderen an...

damenwahl, Mittwoch, 20. April 2011, 13:07
Ich hätte auch barsche Sätze noch abgewettert, ich meine: kann Tanzen und will nach Kabul! Eine eierlegende Wollmilchsau. Vielleicht war ich zu entschlossen, so, im Subtext? Schreckt das Männer ab?

dergeschichtenerzaehler, Mittwoch, 20. April 2011, 13:51
Es steht doch schon da: Aber wenn jemand so gar nicht will bietet sich ein Blick auf die 3 Milliarden anderen an... Einen besseren Tipp gibt es da wohl leider nicht...

Wenn Sie auf Männer resolut wirken, dann ist das ein Teil ihrer Persönlichkeit und den sollten Sie nicht verstecken. Und nicht jeden Mann schreckt das ab...(wohl eher nur dominante Männer)

energist, Donnerstag, 21. April 2011, 16:30
Aber auch „wohl eher nur dominante Männer“ wollen ja owhl nicht jemand den sie nach Belieben rumkommandieren können sondern gerade auch ein bisschen Gegendruck, oder? Sonst wird das doch schneller langweilig als man möchte.

damenwahl, Donnerstag, 21. April 2011, 17:13
Gegendruck kann ich super. Bin ich 1a drin.

damenwahl, Mittwoch, 20. April 2011, 13:57
Ich fasse die Ausbeute des Vormittags mal zusammen: möglicherweise hat er sich nicht getraut - die liebste Ausrede der emanzipierten Single-Frau (Männer haben Angst vor starken Frauen, blabla).
Möglicherweise aber trauen Sie sich netterweise alle nicht, das Kind beim Namen zu nennen: er fand mich einfach nicht so toll.

conma, Mittwoch, 20. April 2011, 14:37
... und merke: beim nächsten Mal die Kontaktdaten geben lassen. Am besten die der Mutter. Die freut sich dann über eine nette Schwiegertochter und zwingt ihn, ...

damenwahl, Mittwoch, 20. April 2011, 16:12
Kommt nicht in Frage. Das ist Männersache. Ich werde für eine Frau ziemlich deutlich in der Bekundung meiner Interessen, ich schaffe Möglichkeiten und ermutige - aber DAS muss der Mann machen. Eier in der Hose und so.

ilnonno, Mittwoch, 20. April 2011, 16:47
Pardon, welche Interessen lassen sich in einem unverbindlichen Gespräch am späten Abend bekunden?

Das klingt ein wenig nach "kann nur schiefgehen". Üblicherweise sind es Männer, die aus einem freundlichen Lächeln auf sehr viel weitergehende Zusagen oder gar Ansprüche schließen. Und dafür zurecht kritisiert werden.

Da das jetzt ein wenig grobgeraspelt klingt: ich will Ihnen das überhaupt nicht unterstellen. Erstens war ich nicht dabei, zweitens kenne ich Sie nicht und drittens halte ich Sie nicht für so gefühlstaub, eine Unterhaltung so völlig falsch einzuschätzen.

Der ultimative Tipp ist übrigens ein einfacher: heiraten. Sobald Sie verheiratet sind, geht alles wie von selbst.

damenwahl, Mittwoch, 20. April 2011, 17:18
Ich sage es einfach, wenn ich jemanden interessant finde- auch nachts um fünf und mit ein bißchen Wein intus ist das gar nicht schwer. Und habe ihn am nächsten Morgen noch schnell gesucht, bevor wir gefahren sind, zum Tschüs sagen. Mehr kann ich wirklich nicht machen.

energist, Donnerstag, 21. April 2011, 16:32
„Einfach sagen“ ist übrigens so ziemlich immer der beste Ratschlag, den man sich zur zwischenmenschlichen Kommunikation selbst geben kann. Dummerweise klappt das aber auch nur face to face wirklich gut, am Telephon schon nicht mehr so und textlich wird das recht schwer, das wirklich gut umzusetzen.

damenwahl, Donnerstag, 21. April 2011, 17:08
Da waren wir noch face-to-face. Aber es stimmt schon, deutliche Ansagen mit dem Risiko, sich einen Korb einzufangen sind nicht schwer. Ein Freund von mir sagt, alle, wirklich, alle Männer sind völlig hingerissen, wenn Frauen sich sowas mal trauen - der fragliche Tischherr aber zählt jedenfalls nicht dazu.
Davon abgesehen: in Worten ist es viel schwieriger, aber auch schöner. Schön antiquiert.

strike, Mittwoch, 20. April 2011, 15:36
Vielleicht ist er ja auch - nunja - gebundener, als er von sich preisgegeben hat? (Aber das kann man ja heute eindeutig am FB-Status erkennen...)

damenwahl, Mittwoch, 20. April 2011, 16:12
Hat er nachdrücklich und glaubhaft bestritten. Und dann gleich nachgefragt, wie es bei mir stünde. Das kann es also nicht gewesen sein.

sunny5, Mittwoch, 20. April 2011, 16:57
Also ich tippe auf widrige Umstände, die sie nicht ahnen können, da er sie nicht hat durchscheinen lassen (er verschwand doch plötzlich nach dem desert, oder) oder er plötzlich davon betroffen wurde. Ich meine mit widrigen Umständen so Familiensachen, einem Freund geht es schlecht und so weiter. Die andere Variante ist ist etwas untröstlicher - er fand sie/dich sehr sympathisch, aber eben nicht als Heiratskandidatin geeignet oder er will einfach momentan keine Freundin. Gibt es! Zu oft!

damenwahl, Mittwoch, 20. April 2011, 17:21
Glaube ich nicht, das mit dem Dessert hat sich schnell geklärt. Ich tippe auf die frustrierende Variante 2.

mmmb, Donnerstag, 21. April 2011, 17:01
Also, zunächst einmal: Der 19jährige Tischpartner fällt unter Welpenschutz - der war wohl einfach nur zu eingeschüchtert von der erfahreneren Dame.

Zu dem aktuellen Fall - nun, welche Ferndiagnose soll Mann dazu geben? Vielleicht war ihm die "Ansage" schon zu offen, so dass sein "Jagdinstinkt" nicht mehr ausreichend angesprochen wurde? Soll es geben - auch wenn ich selbst klare Hinweise bevorzuge.

Auch eine gute, abendfüllende Unterhaltung heißt allein noch nichts. Ich habe mich schon unzählige Nächte mit sehr sympathischen Damen unterhalten. Wobei ich leider feststellen musste: Je interessanter ich eine Dame finde, desto schlechter kann ich mich mit ihr unterhalten. Geistige Blockade - weshalb auch immer. Und eben umgekehrt: Partnerschaftlich weniger interessant (oder vergeben) - und schon kann ich mit hoher Sicherheit sagen, dass sie und ich zumindest konversationstechnisch einen kurzweiligen Abend haben werden. But that's just me.

Daneben gibt es unzählige (gute, wie schlechte) Gründe, warum er nicht angerufen haben könnte. Wenn er aber auch auf Facebook nicht reagiert hat, dann -so wenig schmeichelhaft das jetzt klingt- war er vielleicht einfach nicht interessiert und hat sich an dem Abend nur höflich verhalten? Alles Spekulation ohne ausreichende Datenlage. Doch, selbst wenn: So what? Hat sich das Leben dadurch irgendwie geändert? Wahrscheinlich nicht. Also weiter im Text - gibt genügend andere Möglichkeiten dort draußen.

damenwahl, Donnerstag, 21. April 2011, 17:12
Ich stimme Ihrer Diagnose zu, habe es ja selbst schon erkannt. Verwunderlich ist, daß er definitiv mehr als nur nett und zuvorkommend war (sehr ernsthaft interessiert, ob ich vergeben bin, durchaus persönliche Punkte im Gespräch gestreift, sich kaum noch um die anderen 140 Gäste gekümmert, am nächsten Tag sofort nach der Nummer gefragt) - den ganzen Hof hätte er sich doch sparen können, ohne echtes Interesse?
Wenn ich nicht interessiert bin, gehe ich frühzeitig auf Abstand. Wenn ich jemanden mag, aber mehr nicht, frage ich nicht nach der Nummer.

mmmb, Donnerstag, 21. April 2011, 17:36
Es gibt x mögliche Gründe: Unglaublich viel zu tun, mit sich selbst nicht im Reinen, unerwartet wieder mit der Ex-Freundin zusammen, sein Hamster hat schweren Schnupfen... - alles nur wildes Raten.

Und falls es beruhigt: Frauen sind für Männer nicht verständlicher als umgekehrt! Dabei glaube ich schon, dass Männer tendenziell pflegeleichter bzw. einfacher vorherzusehen sind. Aber da mag ein subjektiver Bias vorliegen...

damenwahl, Donnerstag, 21. April 2011, 17:57
Also ne, ich begreife Frauen fast immer - aber bei Männern bin ich ratlos.

mmmb, Donnerstag, 21. April 2011, 18:12
Dito 180 Grad in die andere Richtung. Aber hey, anders wäre es doch auch langweilig, oder?

arboretum, Donnerstag, 21. April 2011, 18:32
Folgende Möglichkeiten fallen mir ein:

- Sein Wunsch wurde wahr und er wurde plötzlich nach Kabul versetzt und hat keinen Zugang zum Internet.

- Es ist plötzlich die Frau (wieder) aufgetaucht, auf die er schon lange / immer noch wartete. An anderen hat er darum kein Interesse mehr.

- Er hat den Zettel mit Ihrer Telefonnummer verschlampt. Das erklärt aber nicht, warum er nicht auf Ihre Facebook-Nachricht antwortet.

- Nach nochmaligem Nachdenken fand er Ihre Interessenbekundungen doch etwas zu deutlich, das war ihm zuviel / machte es reizlos.

damenwahl, Donnerstag, 21. April 2011, 19:35
Gut, in Zukunft werde ich wieder sehr schwer zu haben sein. Und der Freund, der meinte, Männer fänden engagierte Frauen ganz ganz toll, wird als Berater in Liebesdingen fristlos entlassen.

arboretum, Donnerstag, 21. April 2011, 19:50
Wahrscheinlich geraten Sie dann auf dem nächsten Ball prompt an einen Tanzpartner, der unterkühlte Prinzessinnen mit Frostie-Face doof findet. ;-)

Kabul wäre doch eigentlich die interessanteste Variante.

damenwahl, Donnerstag, 21. April 2011, 21:05
Da gibt es nur bindungsgestörte, neurotische Danger-Freaks. Aber sonst: ja. Unbedingt.

arboretum, Freitag, 22. April 2011, 18:06
Ähm, ich meinte, die interessanteste der von mir genannten Varianten - nicht etwa Ihren nächsten Aufenthaltsort.

Variante zwei ist mir übrigens passiert, zweimal sogar. Die Ex-Freundin kam zurück, als hätten die gerochen, dass sich da etwas Neues anbahnen könnte. Ging dann letztlich aber doch nicht auf Dauer gut.

damenwahl, Freitag, 22. April 2011, 23:51
Er hat angerufen. Lieber spät als nie, mal sehen, wie (und ob) das weitergeht.

logical, Dienstag, 26. April 2011, 07:56
Was ist ein Tanzsportgerät?
Wie bekommt man eine Einladung zu wundervollen Wiener Bällen?

Sorry, dass ich gerade mit Fragen starte. Aber es waren meine ersten Gedanken, die mir nach Lektüre Ihres Bloggs kamen.

Ihre Frage hingegen kann ich als Mann nicht beantworten. Wenn ich schon nach einer handynummer Frage, dann nutze ich sie auch. So oder so. Sonst Frage ich erst gar nicht.

damenwahl, Dienstag, 26. April 2011, 08:29
Gut zu hören immerhin, dass manche Männer offenbar doch logisch denken. Ich sehe es nämlich genauso.

Wien: auf der Homepage eine Karte kaufen. Funktioniert bei vielen Bällen dort, z.B. WU Ball, Rudolfina, Kaffeesiederball etc.

Ein Tanzsportgerät ist der Typ, der mich elegant über die Tanzfläche schiebt. Er hat sich selbst so genannt, weil ich nämlich gezielt den besten Tänzer meines Bekanntenkreises gefragt habe. Den ich aber auch abseits der Tanzfläche sehr gerne mag.

logical, Dienstag, 26. April 2011, 08:35
Ich dachte, dass man zu einem Ball entweder nur mit viel Geld oder über Beziehung kommt. Wenn es einfacher geht, umso besser.

Ok, Tanzsportgerät ......

Logical eben, obwohl manchmal auch nicht.

damenwahl, Mittwoch, 27. April 2011, 08:31
Ball gehen in Wien ist wirklich einfach, weil Volkssport dort.

logical, Donnerstag, 28. April 2011, 21:47
Gut, dass ich es weiß, wenn ich bald mal wieder in Wien bin.

jeeves, Samstag, 28. Mai 2011, 12:59
Interessant, was Damen so im Kopf rummschwirrt. Nunja. Männer.

Was anderes: Was hat es damit auf sich?
---> "...mit dem doppelseitigen Klebeband an der Innenseite des Kleides die Haut aufgerissen..."

Ich finde den Halbsatz mysteriös, aber ich bin ja auch ein Mann. ... "doppelseitiges Klebeband an der Innenseite des Kleides" ? Wie das? weshalb? Ist das üblich? bei Kleidern heute?
Und gleich "die Haut aufgerissen"? an so'nem harmlosen doppelseitigen Klebeband? Es wird immer eigenartiger. Mit den Frauen, Damen, Mädels...