Freitag, 25. November 2011
Mein Begleiter
Seit zwölf Jahren sind wir ein Paar. Er ist ein dunkler Typ mit kantigem Profil, seine zuverlässige Unverbrüchlichkeit wußte ich stets zu schätzen und wir haben viel zusammen erlebt. Oft habe ich befürchtet, er könne mich verlassen - auf Flügen ganz besonders, auch in Zügen hatte ich immer ein Auge auf ihn, damit ihn mir keine andere Frau wegschnappt. Jede Beziehung jedoch erfordert Investitionen, auch monetäre, und so ziehe ich gerade Erkundigungen ein, wie ich ihm zu Weihnachten eine Freude machen kann.

Kennengelernt haben wir uns 1999. Ich war eigentlich mehr an seinem kleinen Bruder interessiert, denn alle Damen meines Bekanntenkreises hatten so einen, und ich wollte mitstinken. Groß die Enttäuschung, als dem Auto meiner Eltern statt des erwarteten kleinen Modells ein Riesentrumm entstieg. Noch größer dann die Freude bei der Entdeckung, daß ich beide würde haben können, den großen und den kleinen.

Die ersten Jahre waren wir viel unterwegs, vom Westfälischen ins Hessische, auch mal nach München oder Hamburg. Der erste große Test für unsere Beziehung waren 3 Wochen USA, später dann 3 Monate Marokko, aber bei einem so verläßlichen Partner - was hätte da schiefgehen sollen? Unsere erste große Beziehungskrise erlebten wir dann während eines gemeinsamen Urlaubs an der Nordsee. Ich hatte mein Schätzchen fahrlässig überbelastet, ihm mehr aufgebürdet als er ertragen konnte und in einem zweistöckigen Regionalexpress, am oberen Ende der Treppe, riß die Beherrschung, im Sturz die Treppe runter brach er sich auch noch ein Füßchen. Großer Kummer, aber Pedantin, die ich bin, hatte ich unseren Ehevertrag ordentlich abgeheftet, und es stellte sich heraus: mit professioneller Hilfe war unsere gemeinsame Zukunft noch zu retten. Seither markiert ein roter Punkt diese Narbe, Mahnmal an meine Selbstdisziplin, sodaß ich ihn seither noch leichter erkenne. Dazu trugen auch andere Andenken bei, gesammelt während vieler Kilometer. Düsseldorf-Washington, Düsseldorf-Rio, Frankfurt-Tunis und Frankfurt-Kinshasa, letzteres mehr als einmal.

Gemeinsam sind wir erst erwachsen geworden, gemeinsam werden wir in den nächsten Jahren altern und zeigen erste Verschleißerscheinungen (meine Knie, seine... nunja, auch). Nie ließ er mich im Stich, klaglos ertrug er alle Härten, zuverlässig wußte ich - wie das bei eingespielten Teams so ist: wenn der Deckel bei leichtem Drücken schließt, bin ich bei 21 kg, also noch unter der erlaubten Gepäckgrenze für auch die kleinlichsten Fluggesellschaften.

Alte Liebe rostet nicht und daher gebe ich ihn in die besten und erfahrensten Hände (Manufaktur in Köln) und spendiere meinem Rimowa-Schätzchen zu Weihnachten ein paar neue Rollen. Das ist er mir wert.

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Samstag, 9. Juli 2011
Pimp my dress
Das Kleid war schon langweilig als ich es gekauft habe. Seinerzeit allerdings war ich so fürchterlich sparsam mit meinem hartverdienten Geld, daß meine Familie schon über mich lachte. Noch weniger als ich heute habe ich es eingesehen, für ein Kleidungsstück, das man höchstens drei Nächte lang trägt (auch wenn Ballnächte immer besonders sind) 300 Euro oder mehr auszugeben.
Damals also war ich geizig sehr sparsam, ich brauchte dringend ein Kleid, und dieses war reduziert. Immerhin sagte mir die grau-grüne Farbe zu, und angezogen machte es etwas mehr her als auf dem Bügel: obwohl weitgehend hochgeschlossen, hatte es doch einen erstaunlich tiefen Ausschnitt. Kein Kleid, mit dem man Blicke auf sich zieht – aber hat man die Blicke anders angezogen, bietet es doch eine nette Aussicht. Den Aussschnitt. Und einen hohen Schlitz am Bein.

Um nicht gänzlich als grau-grüne Maus dazustehen, kaufte ich einen fuchsiafarbenen Schal und passende Ohrringen dazu und trug das Kleid seinerzeit auf einem kleineren Fest und Anfang dieses Jahres noch einmal in Wien. Jetzt allerdings brauche ich wieder eines und mochte dieses wirklich nicht mehr sehen – aber meine anderen Kleider hatte ich alle schon mehrfach an. Zuviele Festlichkeiten sind auch in den sekundären Kosten ein teurer Zeitvertreib und ein neues Kleid in der Schweiz zu kaufen, kommt schon gar nicht in Frage. Jenes Kleid vom Wiener Shopping-Marathon, das mir am meistens zusagte (dort 380 Euro) hängt auch hier in einem Laden – für 580 Franken. Das sehe ich keinesfalls ein.

Nun besitze ich allerdings seit kurzem eine Nähmaschine. Versuchshalber habe ich soviele Kissen genäht, daß ich einen Einzelhandel eröffnen könnte und fühlte mich damit gewappnet für Höheres. Nämlich die Kleiderverschönerung. Das Kleid hat rund um die Taille einen breiten, gerade Abnäher, der sich für farbliche Akzente anbot, was ich mir außerdem nicht sonderlich schwierig vorstellte. Bunten Stoff draufnähen und gut, dachte ich. Hätte mich jemand dabei beobachtet, wie ich abends in meiner Wohnung Satinbänder und Schals faltete und an verschiedenen Stellen ans Kleid drapierte, um Farbkombinationen zu beurteilen, er hätte sicherlich sehr gelacht. Am Ende fand ich pink immer noch am schönsten und ging anderntags zum Stoffkauf. Als Alternative hatte ich außerdem gelb oder orange, vielleicht mit orientalischer Anmutung, im Hinterkopf, das hatte ich am Vorabend in einem Film gesehen und war sehr angetan. Aber doch unsicher, ob das passen würde. Pink war also ganz klar mein Favorit – aber pink gab es leider nicht. Vom Futterstoff riet mir die patente Verkäuferin ab, und wunderbar schillernde Rohseide gab es in allen Farben, nur nicht in pink. Wohl aber in safrangelb. Und ein Reststück schwarzer Stoff mit Japan-Motiven aufgedruckt war außerdem im Angebot. Ich wußte schon, warum ich für die Stoffabteilung bei Karstadt eine Stunde eingeplant hatte, überzog aber mein Zeitbudget trotzdem, während ich mit der Verkäuferin Machbarkeit und Optik diskutierte.

Daß sie möglicherweise – bei allem Bemühen – nicht die beste Beraterin in Geschmacksfragen war und ich allein würde entscheiden müssen, verstand ich, als sie vorschlug, auf die farbige geplante farbige Schärpe um die Taille noch eine Glitzer-Chiffon-Tüll-Blume aufzunähen, damit das Kleid weniger langweilig sei. Ts. Am Ende schob ich alle Bedenken beiseite, investierte 40 Euro in Stoff und Garn und eilte wieder heim.

Am Sonntag zitterten mir beinahe die Finger vor Sorge, ich könnte sowohl das Kleid als auch die schönen Stoffe mit meinem Dilettantismus ruinieren, aber siehe da: nach vier Stunden Arbeit saß die Schärpe ums Kleid ziemlich so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Kurzzeitig befürchtete ich, zu großzügig genäht zu haben, aber am Ende brauchte es ein bißchen Spiel für Bewegung (man stelle sich vor, ich setze mich zu Tisch und der Stoff reißt ab!). Handwerklich gibt es noch minimales Optimierungspotential, einmal kam ich leicht vom Weg ab, aber das verschwindet in einer Falte (auch Fehler kann man strategisch begehen). Vielleicht war es etwas rabiat, den versehentlich zwischen Naht und Maschine geratenen (und damit fest angetackerten) Futterstoff innen einfach abzuschneiden. Aber egal, innen sieht keiner.

Die verbleibenden Stoffstücke zu einem Schal zusammenzusetzen (vorne Asiatika-Druck, hinten gelbe Rohseide) kostete weitere sieben Stunden an der Nähmaschine. Präziser: sieben Stunden Handarbeiten. Für jede fünf Minuten nähen an der Maschine nämlich hocke ich dreißig Minuten auf dem Fußboden und messe, stecke, markiere, hefte, und bügele. Bei meinen ersten Versuchen habe ich gelernt, daß jede Schlampigkeit sich später rächt. Wann immer ich dachte: wird schon passen, passte am Ende gar nichts, ich vermute beinahe, Stoffe führen ein Eigenleben und krabbeln heimlich wieder auseinander, wenn man sie aus den Augen läßt. Vielleicht waren es aber auch nur meine tolpatschigen Pfoten. Nachdem ich dieses Mal einen konkreten Anlaß vor Augen und wirklich Geld investiert hatte, habe ich lieber alles drei Mal geprüft. Am Ende kann ich es kaum glauben: die Mühe hat sich gelohnt. ICH! Ich höchstselbst, habe mein Kleid verschönt und einen passenden Schal genäht und im Gegensatz zu vielen anderen Dingen gilt hier: wenn man nicht sieht, daß es handgemacht ist, ist es gut. Und das ist es.

Oder?

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Dienstag, 19. April 2011
Männer, mal wieder
Frau Nessy, die auf meiner Blogroll, hätte ich denn eine, die Nummer eins wäre, schreibt über Online-Partnerbörsen. Dazu kann ich nicht viel sagen – aber offline gibt es ja ähnliches. Tischherren zum Beispiel. Damit verhält es sich wie mit Forrest Gumps Pralinen: man weiß vorher nie, was einen erwartet und mal hat man Glück. Mal hat man Pech.

Das erste Mal zum Beispiel, es ist schon einige Jahre her, hatte ich ziemliches Pech. Es gibt gute Gründe, warum auf Balleinladungen die Veranstalter nach Größe und Alter fragen: Zweck ist nicht – wie mir eine Gastgeberin vor kurzem berichtete – T-Shirts für alle Drucken zu lassen, und die Unterscheidung M gegen XL tut nichts zur Sache. Vielmehr sind Größe und Alter wesentliche Kriterien fürs Match-Making. Selbstverständlich werden Paare auseinandergesetzt – außer in der Verlobungszeit – allerdings möglichst Paare zu Paaren und Singles zu Singles, auch das erhöht die Erfolgschancen. Wir sind schließlich alle nicht naiv, und Bälle sind zwar zuerst fürs Feiern mit guten Freunden gedacht, aber gleich danach – zumindest für die alleinstehenden Besucher und Besucherinnen – auch ein Hochzeitsmarkt. Und wer es nicht glaubt: ich habe von mehr als einem Paar gehört, das als Tischherr und Tischdame die gemeinsame Geschichte begann.

Jedenfalls, trotz der beflissenen Frage nach dem Alter, war mein erster Tischherr zarte 19 Jahre jung, damit deutlich jünger als ich, und er benahm sich auch so. Unter lauter Studenten war meine Frage nach Studienfach und -ort durchaus verständlich, aber es war trotzdem ein schlechter Start:
„Ich gehe noch zur Schule.“
Und wo?
„In Freiburg.“
Ob er schon wisse, was er danach machen wolle?
„Nein.“
Ob es nicht Fächer gebe, die ihn interessieren würden?
„Nichts besonderes, nein.“
Ich mühte mich weiter, er käme dann wohl auch aus Freiburg, ursprünglich?
„Ja.“
Schöne Stadt, kommentierte ich, das Münster, die Bächle...
„Ja.“
Über die Gastgeber plauscht es sich vielleicht einfacher, überlegte ich. Woher er die kenne?
„Über Freunde.“
Was für Freunde?
„Schulfreunde“.
So quälten wir uns durch Vorspeise, Hauptgericht, Dessert, nichts interessierte ihn. Nicht das Essen, nicht der schöne Raum, nicht die Stadt, am allerwenigsten ich. Nach dem Dessert entschuldigte er sich kurz – er könne ohnehin kein Walzer tanzen, informierte er mich, und danach habe ich ihn nicht wieder gesehen, obwohl das Fest durchaus überschaubare Dimensionen hatte. Im weiteren Verlauf harrte ich 20 Minuten in angespannter Konversationen mit einer älteren Dame aus, die sich zu mir setzte, bis ich irgendwann durch gleichermaßen ältere Herren erlöst wurde.

Nach diesem desillusionierenden Start auf dem gesellschaftlichen Parkett hatte ich keine hohen Hoffnungen beim nächsten Fest, wurde aber eines Besseren belehrt. Ich hatte Tischherren, die so tanzwütig waren, daß sie schon vor dem Essen loslegen wollte (davon konnte ich den fraglichen Herrn abhalten, versteht sich), Tischherren mit Humor, Tischherren von vollendeter Höflichkeit. Mir wurden Stühle zurechtgerückt, Teller getragen, vorgelegt am Buffet, und kann insgesamt nicht klagen - der Vater meiner Kinder war allerdings bisher nicht dabei.

In den letzten Jahren hatte ich seltener Tischherren, für den Ball in Wien habe ich das Tanzsportgerät aus meinen Freundeskreis einfliegen lassen, aber kürzlich war mir das Glück wahrhaftig hold. Mit dem Sektglas in der Hand schlenderte ich mit Freunden Richtung Placement, unbekannte Namen, eine Stunde später dann am Tisch der erste Eindruck: gar nicht schlecht. Größer als ich, sehr passable Optik, hatte er bereits die Dame zu seiner Linken aufgegabelt. Weiterhin am Tisch ein neuer Bekannter vom Vortag, ein loser Bekannter vom Vormonat und die beiden als Alleinunterhalter ein grandioses Team. Von dem durchaus amüsanten Tischgespräch bekam ich allerdings nur wenig mit, denn der Tischherr und ich hatten viel zu bereden. Ägypten! Libyen! Afghanistan! Alles äußerst attraktive Orte für dauerhafte Aufenthalte, wie wir beide fanden. Irgendwann brachten wir uns auch mal ins Tischgespräch ein, wo gerade die 9 Flirtstufen diskutiert wurden, die Bedeutung von mehrsekündigen „versehentlichen“ Körperkontakten und die Unterschiede zwischen verschiedenen Kulturen.

Bedauerlicherweise nahm er sich unwissentlich meinen ersten Tischpartner zum Vorbild und verschwand nach dem Dessert bis auf weiteres, so daß ich den Eröffnungswalzer verpasst habe und erst mal einige Zeit dumm rumstand. Irgendwann tauchte er wieder auf, es stand im Raum, daß er mich gleich auffordern würde, aber als ihm jemand anderes zuvorkam, ließ ich nichts anbrennen. Strafe muß sein. Das war, nebenbei, eine völlig richtige Entscheidung und bescherte mir einen wunderbaren Walzer (und am nächsten Tag Visitenkarte plus Einladung nach Frankfurt). Auch bei der zweiten Gelegenheit war ein anderer schneller (und ich kann gnadenlos sein, zumindest wenn es ums Tanzen geht), aber irgendwann fanden wir doch noch auf dem Parkett zusammen. Was soll ich sagen: er war nicht nur klug, vielseitig interessiert und nett, sondern konnte auch noch tanzen. Ziemlich gut sogar. Leider zu wenig, weil wir uns andauernd so viel zu sagen hatten, daß wir uns morgens um fünf kaum voneinander losreissen konnten, als die Rausschmeisser-Lichter angingen.

Ich habe einen Perlenohrring verloren und mir in der Dusche mit dem doppelseitigen Klebeband an der Innenseite des Kleides die Haut aufgerissen, aber all das war es wert. Dachte ich, denn er fragte am nächsten Morgen beim Frühstück nach meiner Telefonnummer. Und rief nicht an.

Nicht am Tag danach, natürlich, das wäre ja wohl zuviel erwartet, leider auch nicht am Donnerstag danach, nicht am Wochenende. Einfach gar nicht, dabei gebe ich mich nun wirklich nicht unnahbar, wenn ich Interesse habe. Zunehmend blöd kam ich mir vor, wie mein deutsches Handy in der Ecke lag und nicht klingelte. Wozu aber habe ich die besten Leser der Welt, an die ich mich ratsuchend wenden kann: Werte Herren der Schöpfung: warum? Warum fragen Männer nach einer Nummer, die sie gar nicht anrufen wollen? Helfen Sie mir bitte, den Mann, das unbekannte Wesen, besser zu verstehen - damit ich meine Nummer demnächst nicht mehr an Trottel ohne Eier in der Hose rausgebe. Oder was auch immer der Grund war.

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Donnerstag, 10. Februar 2011
Wann ist man ein Held?
Ich war nie ein Kind von Traurigkeit, wenn es darum ging, mich in Abenteuer zu stürzen. Mit sechzehn alleine nach Amerika, mit Mitte zwanzig dann Marokko, wenig später Ägypten, Tunis und dann Kongo. Mit Ausnahme der letzten Station waren das alles nicht gerade Risikoländer, aber ich hatte natürlich gehörigen Respekt davor, mich in ein Flugzeug zu setzen ohne genau zu wissen, was mich – je nach Situation – am anderen Ende der Reise erwarten würde. Manchmal Freunde Gastfamilien, manchmal Taxifahrer, manchmal niemand. Es ist bisher immer gut gegangen, und gerade im Kongo hatte ich ja einen verläßlichen Arbeitgeber, hinter dessen breitem Rücken ich mich notfalls würde verstecken können.

Dieses Mal war anders. Ich habe mich gestern nachmittag ins Bett gelegt und bin 24h nicht mehr aufgestanden, erschöpft von der Agonie einer mühsamen Entscheidungsfindung, bei der ich immerhin auch einiges über mich gelernt habe.
Ich wollte - das konnte ja niemandem entgehen - von Anfang an unbedingt nach Kairo. Dabei sein. Darüber schreiben. Es war nicht immer klar, zu welchen Konditionen, wer bezahlt die Reisekosten, wie versichert man eine solche Reise, wer publiziert, was ich berichten könnte, und wer holt mich raus, wenn meine Abenteuerlust gewaltig daneben geht?

Die letzten beiden Punkte waren am Ende die entscheidenden, mit deren Bewertung meine Entscheidung stand und fiel, und das wie ein Stehaufmännchen. Wie in einem Kaleidoskop fielen mir immer neue Gegengründe und Risiken ein - und dem begegnete immer wieder das Gefühl, da unbedingt hinzumüssen. Ich kann das nicht erklären - es war einfach so. Die machen Geschichte, ich wollte dabei sein.

Ich bin der felsenfesten Überzeugung, daß Ägypten in dieser Situation Journalisten braucht. Öffentlichkeit schafft Sicherheit im Land, wo andauernde Berichterstattung sicherlich dazu beigetragen hat, am Dienstag neue Massen zu motivieren. Berichterstattung sorgt auch dafür, daß festgenommene Personen – von ägyptischen Aktivisten bis zu deutschen Journalisten – wieder freikommen, oder gleich frei bleiben. Und schließlich sorgt Öffentlichkeit auch dafür, daß internationaler Druck auf das Regime erhalten bleibt. Lange habe ich mit mir gerungen, ob ich überhaupt einen nennenswerten Beitrag leisten kann zur Publizität. Nett schreiben zu können ist schließlich noch keine Qualifikation zum Krisenreporter, und auch Verhandlungs- und Krisentrainings sind am Ende nur graue Theorie – gegenüber der Praxis, die zum Teil in den vergangenen Tagen in Farbe über die Bildschirme flimmerte. Möglicherweise, so überlegte ich, habe ich mehr Herz für das Land und Ansätze von Landeskenntnis aufgrund früherer Aufenthalte – dafür fehlt mir allerdings die Sicherheit eines großen Hofstaats von Kollegen. Sicherheitstechnisch hätte man dafür natürlich auch argumentieren können, daß ich mehr als Rucksacktouristin denn als Journalistin gefahren wären und damit in bestimmten Punkten möglicherweise unterhalb des Radars geflogen wäre.

Viele komplizierte Überlegungen habe ich angestellt über den gesellschaftlichen Nutzen eines solchen Unterfangens. Denn den muß es geben. Jeder Krisenreporter wie auch jeder, der in riskanten Ländern arbeitet, hat ein Abenteuergen in sich. Es ist verdammt cool, Khartoum oder Kabul als Arbeitsort angeben zu können, das private Umfeld zu Hause gruselt sich so schön fasziniert, wenn man von solchen Orten berichtet, und nicht zuletzt beweist man auch sich selbst, was für ein harter Hund (oder harte Hündin) man ist. Spaß an Grenzerfahrungen gehört ebenfalls dazu, ausgeprägte Neugier auf fremde Länder wie auch das Gefühl der Langeweile bei normalen Berufen. Kurz: niemand, der so etwas machen möchte, tut es ausschließlich aus altruistischen Gründen. Behaupte ich, aus eigener Erfahrung und meiner Einschätzung von Kollegen. Wieviel Altruismus im Einzelfall drinsteckt, sieht man den Leuten nicht an. Trotzdem finde ich, daß die Risiken eines gesellschaftlichen Auftrags zur Legitimation bedürfen. Jeder würde wohl zustimmen: es muß Journalisten geben, die von solchen Orten berichten. Ohne couragierte Einzelpersonen wüssten wir nichts über die Apartheid, den Fall der Berliner Mauer oder den Krieg in Afghanistan. Jeder Berichterstatter und Helfer geht Risiken ein, die immer auch die Familie berühren, in manchen Fällen sogar die Gesellschaft insgesamt. Man denke nur an Susanne Ostmann, die damals im Irak sicherlich gute Arbeit machte, aber eben auch sehr leichtsinnig war und am Ende vom AA auf Kosten des Steuerzahlers befreit werden mußte.

Als vernunftbegabter Mensch informiert man sich gut, besorgt sich passende Versicherungen, wägt die Restrisiken ab und schätzt ein, wieviel Leichtsinn übrig bleibt. Denn der ist immer im Gepäck. Die Risiken sind nicht abschätzbar, schon gar nicht beim ersten Mal, und damit muß man sagen: jeder Trip solcher Art enthält ein Teilchen Leichtsinn. Wo aber verlaufen die Grenzen zwischen den vertretbaren Risiken für eine sinnvolle Aufgabe und reinem Leichtsinn aus Abenteuerlust?

Nach vierzehn Tagen endloser Überlegungen habe ich immer noch keine Antwort gefunden. Hätte mir eine Zeitung Öffentlichkeit und Rückendeckung zugesagt, ich wäre jetzt inmitten der jubelnden Massen auf dem Tahrir. Die Risiken mit einer Zeitung im Rücken hätte ich überschaubar gefunden, eine der Nutznießer hätte Mitverantwortung übernommen und meine Familie entlastet - das hätte ich daher als vertretbar eingestuft. Leider kam es anders. Einen Abnehmer meiner Berichte hätte es wohl gegeben, aber im Krisenfall wäre ich auf mich alleine gestellt gewesen – und auch wenn ich fast jede Stunde wieder mit mir ringe, habe ich mich unter diesen Umständen dagegen entschieden. Mit bleischwerem Herzen und bitterer Enttäuschung über die verpasste Chance.

Es gibt für solche Dinge immer ein erstes Mal und vermutlich gab es viele Menschen vor mir, die sich für das Risiko entschieden haben – obwohl sie alleine waren, ohne gemütlich geteilte Verantwortung mit den breiten Schultern eines Unternehmens. Andere wiederum machen so etwas überhaupt nur, wenn sie das Sicherheitsnetz einer Organisation unter sich wissen. Ich habe nach endlosem Ringen entschieden, daß ich das nicht machen kann. Hätte es nämlich jemand anderen als mich betroffen und wäre schief gegangen, ich hätte gesagt: wie verantwortungslos. Alleine, als Frau, ohne Erfahrung in akuten Krisensituationen, ohne Rückendeckung, in solche Risiken: das geht nicht. Aus Verantwortung und Rechenschaft gegenüber meiner Familie, meinen Freunden, aber auch gegenüber der Gesellschaft, die vielleicht am Ende mit dem Finger auf mich leichtsinniges Huhn gezeigt hätte.

Wenn Menschen so etwas machen, entscheidet vermutlich am Ende der Erfolg über die Bewertung. Möglicherweise, wäre ich jetzt dort, würde ich teilnehmen an der Geschichte und könnte darüber berichten. Wer weiß, welche Gesprächspartner oder Abenteuer mit gutem Ausgang dort auf mich gewartet hätte. Vielleicht hätte ich den Grundstein für eine journalistische Karriere gelegt oder wäre eine Heldin der Live-Berichterstattung geworden. Meine Eltern wären stolz gewesen, die Zweifler der letzten Tage hätten sich in den hinteren Reihen für ihr Découragement meiner Person geschämt und die Öffentlichkeit hätte gesagt: Wie mutig! Wie gut, daß es solche Menschen gibt!

Vielleicht aber auch hätte mich die Polizei fünf Tage lang festgesetzt, mir ein paar blaue Flecken verpasst, ich hätte meinen Arbeitgeber verärgert, der Familie viel Leid und Sorge bereitet und wäre ein Klotz am Bein irgendwelcher diplomatischen Stellen gewesen. Dann hätte die Öffentlichkeit mit dem Finger auf mich gezeigt, wie damals auf Susanne Ostmann, und geurteilt: Wie leichtsinnig! Wie dämlich muß so jemand sein!

Ich werde nie wissen, wie es ausgegangen wäre. Man könnte sagen, ich war zu vernünftig, um unüberschaubare Risiken einzugehen für eine eher unwesentliche Verbesserung der deutschen Presselandschaft. Man könnte auch sagen, ich hatte nicht genug A*sch in der Hose, um für das einzustehen, wovon ich zutiefst überzeugt bin. Keine Ahnung, was richtig ist.

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Dienstag, 8. Februar 2011
Geteilte Persönlichkeit
Offiziell habe ich seit letzter Woche einen neuen Job (Teilzeit), aber de facto bin ich in Vollzeit Revolution Watcher. Ich gucke Twitter, AJE, Twitpic, verfolge Freunde auf Facebook. Und wäre gern dabei.

Jetzt, wo den Journalisten der westlichen Qualitätsmedien langweilig wird und sie nach Hause fliegen (keine Zeitung will sich auf Dauer 200 Euro pro Nacht im Nile Hilton leisten, kann man verstehen), noch mehr als letzte Woche. Jeden Morgen öffne ich mit Bangen AJE, und hoffe, dass die Proteste nicht einschlafen. Denn wenn das passiert und es hier niemanden mehr interessiert, dann Gnade den Demonstranten, die in mehr als einer Hinsicht dokumentiert sind (namentlich, bildlich) und einer korrupten, folternden, autokratischen Regierung vollständig ausgeliefert.

Ich wünschte, ich wäre eine richtige Journalistin, dann hätte ich einen Auftrag und sässe schon längst im Flugzeug. Aber leider, leider, ich bin nur eine amateurhafte Bloggerin und so sitze ich hinter meinem Schreibtisch und schiebe Papiere hin und her. Physisch anwesend, aber in Gedanken bei den Demonstranten.

[Rolle vorwärts, Rolle rückwärts: nach einem Wechselbad von Gefühlen und endlosen Gesprächen mit Eltern (Du spinnst!) Freunden (tu's!), noch mehr Freunden (du könntest...) - kann ich nicht. Mein Gefühl sagt mir, daß es Verrückte geben muß, die von solchen Orten berichten und die Ägypter jede Stimme gebrauchen könnten, sogar meine unbedeutende Wenigkeit. Mein Verstand sagt mir, daß meine Berichte auch ein Forum brauchen und die Rückendeckung durch einen Auftrag unerläßlich ist, um solche Risiken mit einem guten Gewissen eingehen zu können. Es mag sich abstrus anhören, aber die Risiken betreffen nicht nur mich, sondern auch meine Familie und schlimmstenfalls die Öffentlichkeit - sollte das AA mich aus mißlichen Situationen heraushauen müssen. Mit einem Auftrag wäre das zu rechtfertigen. Wie die Dinge liegen, wäre ich in der Retrospektive nur eine unbedarfte, leichtsinnige Frauensperson mit Katastrophenambitionen - und das möchte ich nicht sein. ]

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Mittwoch, 2. Februar 2011
Erinnerungen
Eigentlich muß man Goldman Sachs Banker nicht mögen, immerhin waren die ganz bestimmt mitschuld an der Finanzkrise. Andererseits muß ich gestehen, daß gerade die drei Exemplare in meinem weiteren Bekanntenkreis außerordentliche Persönlichkeiten sind. Solche, die neben ihrem Job noch ein Studium in Informatik lernen, weil sie Computer so gerne mögen. Oder Arabisch lernen – nicht, um jemals mit Arabern Geschäfte zu machen (viel zu riskant!), sondern aus Neugier an Kultur und Sprache. Einfach so.
Finanzkrise hin oder her, soviel Wissbegier ist mir immer sympathisch, sogar wenn sie einen teuren Anzug trägt und sonst in einem Londoner Büro hockt. Ganz besonders sympathisch ist mir das Interesse an arabischen Ländern, das ich zufällig teile. Mein erster Ausflug nach Nordafrika nach dem Studium war noch ein Zufall, es sollte nur außerhalb von Europa sein. Beim ersten passenden Angebot habe ich zugegriffen, und habe mich zum Entsetzen meiner Familie drei Monate nach Marokko verabschiedet. Ich freundete mich mit Kakerlaken in der Büroküche an, knabberte zum ersten Mal frittieren Fisch direkt von den Gräten runter, ging regelmäßig Sonntags ins Hammam, schnappte ein paar Wörter auf, machte sonderbare und außergewöhnliche Bekanntschaften und war danach angefixt.

Trotzdem vergingen zwei Jahre, bis ich der Abenteuerlust das nächste Mal nachgeben konnte. Das erste Mal in meinem Leben brach ich auf, ohne am anderen Ende der Reise von jemandem erwartet zu werden – abgesehen vom Taxifahrer des Hostels meiner Wahl. Nicht jeder mag es entspannend finden, vier Wochen lang mit fremden Schriftzeichen zu kämpfen und vergeblich den Unterschied zwischen zwei verschiedenen h's und t's hören zu wollen, aber das war der beste Urlaub meines Lebens. Morgens weckten mich die Glocken der koptischen Kirche gegenüber, tagsüber lernte ich eine faszinierende Sprache, und abends saß ich mit den jungen Ägyptern von der Rezeption auf dem Dach, rauchte Shisha, und sprach über Gott und die Welt. Ich linste neugierig um die Ecke, wenn sie ihre Gebetsteppiche ausrollten und zog mich dann schnell diskret zurück. Wurde aufs freundlichste unterstützt, als mein Rechner sich verabschiedete. Bekam vom Eigentümer aus der Hand mein Schicksal geweissagt und erkundete am Wochenende die Souks und Moscheen.
Innerhalb kürzester Zeit war ich bevorzugter Gast, nach kurzer Abwesenheit bekam ich das schönste Zimmer, Vermittlung in tausendundeins Angelegenheiten und Unternehmungen, und hatte ernsthaft das Gefühl, Freundschaften geschlossen zu haben.

In dem Maße, in dem die Taxifahrer mir keine Mondpreise mehr abverlangten, und der Verkäufer im Kiosk zwischen Talaat Harb und dem Midan Tahrir schon wußte, was ich kaufen würde, fühlte ich mich auf sonderbare Art zu Hause in einer unüberschaubaren Millionenmetropole. Ich wohnte in Downtown, saß jeden Tag zwei Mal mindestens dreißig Minuten im Taxi für wenige Kilometer Strecke, der Dreck, der Lärm, das Gehupe, die Pfiffe, die Baggerversuche, das Gewühl – Kairo überfordert und ist sagenhaft anstrengend, so daß man nach drei Wochen eine Pause herbeisehnt, aber trotz allem wunderbar.

Einen Abend verbrachte ich mit Freunden aus der Sprachschule auf einem der Partyboote, die von den Kais am Ostufers ablegen, und bei lauter arabischer Musik unter schaukelnden, bunten Lampions ein Stück flußabwärts fahren und wieder zurück. Das Boot liegt so lange an der Pier, bis wirklich alle Sitzplätze rund um die Reling besetzt sind und keine Maus mehr dazwischen passt.

Mädchen in langen Röcken, modischen Kopftüchern und mit glitzernden Täschchen und dezentem Make-up herausgeputzt, junge Männer in sorgsam gebügelten Hemden mit spitzen Schuhen, möglicherweise Plastik aber tiptop geputzt, und dazwischen wir drei Sprachschüler, verstohlen beäugt von der urbanen Jugend. Solange das Boot noch vertäut ist, sitzen alle brav, plaudern halblaut, aber sobald das Ufer sich entfernt, geht es rund. Die Musik wird lauter bis einem die Ohren klingeln, zuerst stehen die Mädchen auf, streifen die Schuhe ab und lassen die Hüften im Bauchtanz kreisen. Die jungen Männer sitzen drumrum, rauchen, schnippen die Kippen in den Nil. Stehen irgendwann auch auf, tanzen mit auf der schaukelnden Tanzfläche und vereinzelt passt nun zwischen die Tanzenden keine Maus mehr dazwischen. Viel Bauchtanz – nicht ohne Reize – aber auch viel Stil, wie man ihn auch in jeder europäischen Disko sehen könnte. Für eine völlig surreale Stunde hat man das Gefühl, an einem anderen Ort zu sein. Bis das Boot umkehrt, das Land wieder in Sicht kommt – und die Welt wieder in den Normalzustand zurückfindet.

Dieser Abend war wie alles in Kairo: herausfordernd und anstrengend in seiner Andersartigkeit, aber auch eine grandiose Erfahrung. In einem großen Land, das zu Recht stolz auf eine große Vergangenheit ist. Und hoffentlich eine große Zukunft haben wird.

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Dienstag, 1. Februar 2011
Haben will
Erst mit Mitte Zwanzig habe ich begriffen, was für ein kapitales Ereignis der Mauerfall war - 1989 war ich zu klein und die Geschehnisse weit weg. Dieser sehr umstrittene Journalist hat offenbar mal gesagt, beim nächsten Mauerfall wolle er dabei sein. Der Gedanke hätte von mir sein können - es käme mir allerdings vermessen vor, so etwas laut zu sagen. Oder zu tun, was er tut.

Was zum Teufel soll ich mit meinen fünf Worten Arabisch in Kairo? Die wenigen Bekannten von vor zwei Jahren sind vermutlich längst weg oder nicht mehr auffindbar. Ich müßte wahnsinnig sein, das zu machen. Als Frau. Ohne Versicherung. Den Job hier liegen lassen. Total meschugge. Aber wenn ich anderer Leute Berichte lese, packt mich die Sehnsucht und ich frage mich, ob ich es mein Leben lang bereuen werde, nicht dagewesen zu sein, in dieser Zeit.

(Edit: Es gibt noch Flüge. Es gäbe auch eine Versicherung. Mein Handy kann kein Internet, aber mein Rechner hat ja UMTS. Das Visum bekommt man am Flughafen und es kostet immer noch 15 EUR. Vielleicht würde sogar meine alte Handykarte noch funktionieren. Na gut, das vermutlich eher nicht. Aber mein Hostel gibt es noch, gleich um die Ecke vom Midan Tahrir. Ich könnte Assim morgen anrufen und fragen. Könnte, würde, sollte, möchte.)

(Edit, 3.2. Ich hätte jetzt ein Hotel. Haha. Steht im Moment leider nicht zur Debatte, aber gut zu wissen.)

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Sonntag, 16. Januar 2011
Märchen aus einer anderen Welt
Wer nicht weit reist, hat natürlich auch nichts zu erzählen, aber dieses Wochenende war ich endlich wieder in fremden Ländern. Sozusagen. Österreich ist natürlich nur ein bißchen fremd (wenn auch fremder, als viele meinen), aber die Wiener Ballkultur ist eine Welt für sich, so daß dieses Wochenende durchaus als exotischer Ausflug qualifiziert.

Die Geschichte beginnt aber eigentlich schon vor etlichen Jahren, als eine enge Freundin ziemlich überstürzt nach Wien zum Studium wechselte. Das Glück ist bekanntlich oft mit den Planlosen und so traf es sich, daß sie auf der Suche nach Kontakten und Ablenkung in der fremden, neuen Stadt nicht in irgendeine Tanzschule ging, sondern bei der Tanzschulinstitution Elmayer landete. Ihre Frage nach geeigneten Kursen für alleinstehende Damen mit passablen Vorkenntnissen wurde positiv beschieden und wenig später war sie Debütantin des Balls der Offiziere. Nachdem das erste weiße Kleid angeschafft war und auch Linkswalzer und stundenlanges Verharren im Hofknicks keine Herausforderung mehr waren, kam eins zum anderen und insgesamt debütierte sie auf etlichen Bällen.
Als ich einige Jahre später beim Elmayer vorstellig wurde, hatte ich für weiße Kleidchen nicht mehr die notwendige jugendliche Blüte, aber ein Tanzkurs gegen Geld schien mir auch nicht schlecht – nur traf ich es dabei nicht so gut wie jene Freundin. Die Teilnehmer ähnelten beklagenswert einer Restetheke dem Club der einsamen Herzen, abgesehen von einigen Pärchen die offensichtlich so innige Beziehungen führten, daß sie das Kommando zum Damentausch im Kurs regelmäßig ignorierten. So blieben die wenigen Single-Damen angewiesen auf die in noch klägerlicherer Zahl anwesenden Single-Herren und das war keine Freude. In besonders grausiger Erinnerung ist mir der Mittfünfziger im Hawaiihemd, dessen spärliche Haarpracht trotzdem davon zeugte, daß er eher selten die Dusche frequentierte. Noch schwieriger war der Fall des jungen Burschen, der nach der ersten Runde regelmäßig Schweißflecken von den Ausmaßen einer Tellermine unter den Achseln hatte (des Jacketts, wohlgemerkt). Leider konnte er sensationell gut tanzen – als einziger, übrigens – so daß die Entscheidung regelmäßig schwer fiel. Immerhin trug er, da aus den Jugendkursen kommend, wo solches verpflichtend ist – stets weiße Handschuhe, so daß zumindest dieser Punkt der Körperhygiene irrelevant war.
Jeden Mittwochmorgen packte ich meine Pumps in die Tasche und zog bedachtsam ein Röckchen ins Büro an, denn Damen in Hosen sind in den heiligen Hallen des Elmayer unerwünscht und tanzte jeden Mittwochabend Walzer, Polka und Foxtrott. Als gegen Ende des Anfängerkurses immer noch keine passenden Junggesellen in Sicht waren, verzichtete ich auf die zweite Runde, kann aber immerhin seither einen passablen Walzer tanzen.

Ich bin ja ein ziemliches Mädchen in mancher Hinsicht, kann sämtliche Sissi-Filme auswendig mitsprechen, tanze leidenschaftlich gerne (wenn auch zu meinem unendlichen Kummer nicht sehr gut) und habe als Teenager jeden Artikel in einschlägigen Klatschzeitschriften über Debütantinnen in Wien verschlungen. Es ist also nicht überraschend, daß ich schon zur Debütantinnenzeit meiner Freundin gerne mitgegangen wäre, es ging sich nur leider nie aus. Auch während der Monate in Wien passte es nicht, denn pünktlich zum Auftakt der Ballsaison mußte ich die Koffer packen und war am neuen Dienstort unabkömmlich.

Jetzt allerdings, endlich, war ich einmal dabei. Nicht im weißen Kleid, versteht sich, die zarte 26 als absolute Obergrenze für jeden anständigen Ball habe ich schon länger hinter mir gelassen, aber ich war da. An meiner Seite bei diesem bedeutungsvollen Anlaß die beste aller Beraterinnen: die ex-Debütantin und langjährige Balldame, die geduldig mit mir zwei Tage nach Schuhen und Kleidern stöberte. Natürlich hatte ich beides dabei, aber in naher Zukunft zeichnet sich Bedarf für ein etwas aufwendigeres Kleid ab und Schuhe hat frau ohnehin nie zuviel. Geduldig schleppte die Freundin ein Modell nach dem anderen an, zog Reißverschlüsse hoch, zupfte Falten zurecht, kritisierte Paßform und Farbe, kleine Makel am Kleid, drapierte Stolas, steckte abgerissene Haken mit Nadeln zusammen und beriet mich mit engelgleicher Geduld. Sollte diese Aktion in meinem Leben the next best thing zum Kauf eines Brautkleides sein, war es ein durchaus adäquater Ersatz. Schon die Abendmodeabteilung im P&C von den Ausmaßen eines durchschnittlichen H&M hätte mich heillos überfordert – umso mehr die Auswahl bei Joppich auf der Mariahilfer Straße. Geschätzte fünf Meter Kleider, ordentlich nach Farbe aufgereiht, allein in meiner ÜberGröße.

Die Mode der Saison läßt sich in zwei Modellen zusammenfassen. Erstens ist der Empire-Stil sehr angesagt: gerafftes Bustier, abgenäht (mit Glitzer) direkt unterm Busen, danach fließende Falten bis Boden, gerne mit mehr Glitzer. Allerdings sind den Glitzermöglichkeiten hier natürlich Grenzen gesetzt, mit tonnenweise Glitzer fließt der zarte Chiffon nicht mehr. Umso toben sich die Designer offenbar beim Modell „Sahnebaiser“ aus, 100% Polyester verträgt das sehr viel besser. Der Rock hat soviele Lagen Tüll und Unterrock, daß ich den Eingang gar nicht gefunden hätte (dazu gleich mehr). Das Modell Sahnebaiser hat natürlich auch ein schulterfreies Oberteil, und an der Taille geht ein Schlitz auf, der mit einem andersfarbigen Stoff unterlegt ist. Hier nun läßt sich ganz viel Glitzer anbringen, Glitzer am Bustier, Glitzer an der Taille, Glitzer entlang des Schlitzes, eventuell kann man hinten unter der (ebenfalls sehr angesagten) Schnürung noch eine Schleife anbringen.

Wer weiße Kleider probieren will, kommt ungeschminkt – andernfalls lassen einen die matronenhaften Verkäuferinnen gar nicht erst in die Nähe der Debütantinnennabteilung. Ansonsten sind sie jedoch sehr hilfsbereit. Mit untrüglichem Riecher erkannten sie einen Anfänger wie mich und tauchten zum genau richtigen Zeitpunkt (als ich fast völlig entkleidet war) in der Kabine auf, um mir ins Kleid hinein zu helfen, die Reißverschlüsse zuzuziehen, das Bustier enger zu halten und den Sitz zu prüfen. Stets sind solche Kleider zu lang und auch sonst ist perfekte Passform eher die Ausnahme: man rechnet einfach 44 Euro fürs Kürzen und 50 fürs zusammennehmen drauf, das gehört dazu. Diese Herrscherinnen kennen jedes Detail ihrer ganzen, opulenten Auswahl und beantworten Fragen nach alternativen Farben oder anderen Größen schneller als Lucky Luke sein Schießeisen ziehen kann. Dafür schnauzen sie einen aber auch im Wild-West-Ton an, wenn man es wagt, mit dem Kleid den sauberen Teppich zu verlassen.

Nach einer Weile verstand die Matrone sogar, daß ich mit „kein Glitzer“ wirklich „kein Glitzer„ meinte, und ein grünes Kleid mit schwarzer Spitze wie auch eines in leuchtendem Pink mit weißem Bustier ließen mich beinahe meine Aversion gegen Tüllmonster in Türbreite vergessen. Aber nur fast, am Ende wurde es doch ein etwas dezenteres Modell aus fließendem Satin, allerdings auch mit Glitzer. Aber wenig. Und einem phänomenalen Rückenausschnitt.

Nicht weniger kompliziert gestaltete sich die Schuhsuche. Nachdem wir sämtliche Filialen der zwei Wiener Standardmarken durchkämmt hatten und immer nur dieselben unmöglich langweiligen Modelle gesichtet hatten, während ich mich hartnäckig fußschädigenden Stilettos verweigerte, schlug die weiseste aller Freundinnen einen Tanzschuhladen vor. Obwohl mir das angesichts meiner mäßigen Künste auf dem Parkett absurd vorkam, stimmte ich aus lauter Verzweiflung zu. Unbestreitbar ist die Mehrzahl der Tanzschuhe eher funktional als ambitioniert im Design, aber dafür auch sagenhaft bequem. Die Wildledersohle – so kann ich inzwischen aus Erfahrung berichten – eignet sich perfekt zum Drehen, und der Komfort ist mit nichts vergleichbar, was ich jemals an meinen krüppeligen, empfindlichen Füßen hatte, vielleicht mit Ausnahme von Hauspuschen.

In der Metropole aller Bälle und Standardtänzer bieten solche Läden aber erfreulicherweise sogar eine Handvoll modischer Modelle an, und mein Glück wäre perfekt gewesen – ohne den Preis, der es eine Tollheit scheinen ließ, so einen Schuh für Spezialanlässe zu kaufen, egal wie schick und modisch. Also machten wir uns auf den Weg ins zweite namhafte Geschäft dieser Art. Vor der Tür fing uns eine andere Kundin ab, die gerade ebenfalls etliche Paare probiert hatte, allerdings mit deutlich größerer Entschlußkraft als ich gleich zwei Paare kaufte. Trotzdem wollte sie auch das andere Geschäft noch besuchen, hatte sogar eine Liste sämtlicher Tanzschuhläden in Wien zusammengestellt, war mit dem Auto unterwegs und bot an, uns mitzunehmen. So erfuhren wir, daß sie schon seit 30 Jahren in Wien sei und gerade die letzten Einkäufe für den ZuckerBäcker-Ball erstand. Der zweite Laden war trist und die Auswahl von zeugte von soviel Interesse an Mode wie ich Quantenphysik habe, der Auswahl nach zu schließen. Also zurück zu Geschäft Nummer 1, wo ich in einem Anfall von Wahnsinn Tanzschuhe kaufte. Was mich nicht davon abhielt, den todschicken schwarzen Lackpumps mit pinkfarbener Sohle des Vormittags, der mangels Bequemlichkeit ausgeschieden war, doch noch am Samstag zu kaufen. Ging nicht anders, stand quasi mein Name drauf.

Am Samstag war es dann endlich so weit. Bestens von der Freundin informiert und in jeder Hinsicht gebrieft, konnte ich die anderen Damen meiner Gesellschaft umgehend hinterm Eingang zum Stamm der Damenspende lotsen, wo wir eine Flasche Haarspray und einen Polyester-Schal geschenkt bekamen – andernfalls hätte keine von uns gewußt, worum es sich dabei handelt. An der Garderobe nahm man mir und meinem Begleiter unsere Schuhsäckchen für 2,20 Euro pro Teil ab, natürlich stehen Stühle zum Schuhwechsel bereit, ist er doch eher die Regel als die Ausnahme. Nachdem wir unsere Tische im Marmorsaal der Hofburg besichtigt hatten, konnten wir uns gerade noch Plätze mit beschränkter Sicht (immerhin!) im großen Festsaal erdrängeln, wo wir eine Stunde lang Rücken und Füße im Stehen strapazierten. Schließlich wolten wir die festliche Eröffnung nicht verpassen. Während der Wartezeit inspizierte ich die Damen um mich herum, vor allem eine Betonfrisur in Engelslocken faszinierte mich so, daß ich verstohlen tatschen mußte um sicherzugehen: hier war eine komplette Flasche Haarspray verbraucht worden. Sehr dreist war auch die freie Fotografin, die sich sehr spät noch zur ersten Reihe durchdrängeln wollte kraft ihres Amtes - was mein Begleiter allerdings zu verhindern wußte.

Dann ging es endlich los: Einzug der Debütantinnen, alle in weiß, die Jungherren im Frack, allen voran der Zeremonienmeister, der mit einem Wedeln seiner weißen Handschuhe die Oberherrschaft führte. Radetzky-Marsch, Einzug der Ehrengäste. Radetzky-Marsch, Einzug des Ballkomitees. Noch mehr Radetzky-Marsch, noch mehr wichtige Personen. Auch ein lebendiges Orchester kann klingen wie ein CD-Player in einer Schleife hängend. Einige salbungsvolle Reden, dankenswerter Weise nur kurz, dann eine Choreographie und ein kitschiges Lied, zu dem die Jungdamen elegant mit farbigen Tüchlein wedeln durften. Manche sahen dabei so gelangweilt aus, daß ich auf Terrormuttis im Hintergrund tippe, andere hingegen richteten einen verklärten Blick an die Kristallüster unter der Decke, als sei dies der Höhepunkt und die Erfüllung ihres jungen Lebens. Mein Begleiter hingegen kommentierte nur trocken, daß seine hanseatische Natur sich wundern müsse, wie sich intelligente junge Menschen hüpfend und tuchwedelnd für so einen Affentanz hergeben könnten.

Danach hieß es endlich „Alles Walzer“ und der Begleiter und ich stürzten uns ins Gewühl. Weite Strecken fühlte es sich eher wie Autoscooter an, wo alle permanent die Kollision suchen, aber irgendwie ging es doch. Zwischendurch saßen wir auf der Treppe am Rand, von wo aus ich mit hungrigen Augen die Paare mit offensichtlichem Turniertanzhintergrund anhimmelte und gerührt die älteren Herrschaften bewunderte, die mit der offensichtlich Vertrautheit von 40 Ehejahren (oder mehr) immer noch über die Tanzfläche schoben.

Den Rest des Abends tanzten wir, tranken überteuerten Wein und noch mehr überteuertes Wasser an unseren Tischen, bewunderten Maßkleider und lästerten über stoffgewordene Scheußlichkeiten, tanzten noch mehr, und dann noch etwas mehr. Kauften Tombola-Lose ohne zu gewinnen, holten unseren Gratis-Sekt in irgendeiner Unternehmens-Lounge ab, probierten auch Rock 'n Roll und Tango in verschiedenen Sälen, aßen gen Mitternacht Sacher-Würstchen mit Kren. Sacher-Würsten sind eigentlich Würstchen im Brötchen, aber sowas kommt nicht in die heiligen Hallen der Hofburg, deswegen müssen sie Sacher-Würstchen heißen und werden mit Meerettich geadelt, der uns reihum bittere Gesichter ziehen ließ, wenn wir ein heftiges Stück erwischten.

Zur Mitternachts-Quadrille, die mit allen willigen Gästen ganz langsam und nachvollziehbar eingeübt wird, konnten wir uns wegen schmerzender Glieder nicht mehr aufraffen, aber ein paar Walzer später gingen doch noch – auf wundersame Weise ließ der Schmerz sofort nach, sobald ich mit der Koordination meiner Füße beschäftigt war, während der Begleiter durch das Getümmel navigierte. Jede Lücke ausnutzend und möglichst immer auf der schnellen Außenbahn (langsamere Paare halten sich möglichst innen – in einer ideal Welt jedenfalls täten sie das).

Es ist übrigens ganz famos, was so ein Smoking mit jungen Herren anstellt. Ganz plötzlich wird ihnen bewußt (notfalls vom Tanzlehrer bewußt gemacht), daß sie ihrer Tanzpartnerin die Tür aufhalten dürfen und besser links als rechts von ihr gehen. Sogar aufstehen, wenn die Damen den Tisch verlassen. In Sälen, in welchen schon Kaiserin Elisabeth tanzte, wirkt das auch gar nicht mehr gestellt – wir haben drüber gelacht und die schöne Höflichkeit hielt sogar noch heute Mittag am Flughafen an, als der andere Begleiter mir den Koffer hob und in den Mantel half.



Ich habe rasend viel getanzt und besser, als ich es mir je erträumt hätte. Wenige Dinge machen mich so glücklich, wie zu einem Strauß-Walzer übers Parkett zu fliegen, bis mir schwindelt und jetzt bin ich endgültig angefixt – jenseits von Hoffnung auf wirkungsvollen Entzug. Am Ende gelang sogar der Linkswalzer ganz passabel und als nächste Herausforderung habe ich Fleckerln ins Auge gefaßt – nicht dies, sondern das hier. Jetzt muß ich nur noch einen willigen Partner in Crime für den nächsten Ball im März finden, möglichst nicht von der traurigen Restetheke. Kann ja nicht so schwer sein – immerhin geht es hier um einen Mädchentraum.

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Donnerstag, 30. September 2010
Trouvaille
"Gleichwie wir nun die Anhänglichkeit der Wilden an ihre gesetzlose Freiheit, sich lieber unaufhörlich zu balgen, als sich einem gesetzlichen, von ihnen selbst zu konstituierenden, Zwange zu unterwerfen, mithin die tolle Freiheit der vernünftigen vorzuziehen, mit tiefer Verachtung ansehen, und als Rohigkeit, Ungeschliffenheit und viehische Abwürdigung der Menschheit betrachten, so, sollte man denken, müßten gesittete Völker (jedes für sich zu einem Staat vereinigt) eilen, aus einem so verworfenen Zustande je eher desto lieber herauszukommen: Statt dessen aber setzt vielmehr jeder Staat seine Majestät (denn Volksmajestät ist ein ungereimter Ausdruck) gerade darin, gar keinem äußeren gesetzlichen Zwange unterworfen zu sein, und der Glanz seines Oberhaupts besteht darin, daß ihm, ohne daß er sich eben selbst in Gefahr setzen darf, viele Tausende zu Gebot stehen, sich für eine Sache, die sie nichts angeht, aufopfern zu lassen, und der Unterschied der europäischen Wilden von den amerikanischen besteht hauptsächlich darin, daß, da manche Stämme der letzteren von ihren Feinden gänzlich sind gegessen worden, die ersteren ihre Überwundene besser zu benutzen wissen, als sie zu verspeisen, und lieber die Zahl ihrer Untertanen, mithin auch die Menge der Werkzeuge zu noch ausgebreitetem Kriegen durch sie zu vermehren wissen."

Immanuel Kant: Zum ewigen Frieden

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Montag, 20. September 2010
Vakanz


In unserem Hause ist die neugeschaffene Stelle des Bräutigams (m) zu besetzen. In dieser Position können Sie nach Ablauf der Probezeit die alleinige Verantwortung für einen unserer anspruchsvollsten Key Accounts übernehmen, zukünftig besteht die Möglichkeit, das Tätigkeitsfeld auch auf deren Tochterunternehmen auszudehnen, da die Kundin Expansionsmaßnahmen plant. In diesem Fall wird die Stelle in eine unbefristete Position bis zur endgültigen Verrentung umgewandelt.

Von den Bewerbern erwarten wir Durchsetzungsfähigkeit, aber auch außerordentliches Fingerspitzengefühl im Umgang mit komplexen Prozessen und dem mehrdimensionalen Geschäftsumfeld. Flexibilität und die Bereitschaft zu ausgedehnter Reisetätigkeit – auch außerhalb des europäischen Kulturkreises – setzen wir voraus. Sie verfügen außerdem über eine solide Allgemeinbildung und sicheres Auftreten im Umgang mit den Seniorchefs unserer Kundin. Fremdsprachenkenntnisse und Grundkenntnisse im Gedankenlesen sind wünschenswert, aber keine Voraussetzung.
Aufgrund der besonderen Anforderungen der Position können nur männliche Bewerber in Betracht gezogen werden, bei gleicher Eignung werden solche mit geschmackvollem Kleidungsstil bevorzugt.

Es erwartet Sie eine herausfordernde und abwechslungsreiche Tätigkeit sowie ein dynamisches Umfeld mit flachen Hierarchien und ambitionierten Zielen. Aussagekräftige Bewerbungsunterlagen – mit Bild – richten Sie bitte an unsere Personalabteilung, die auch für Rückfragen zur Verfügung steht.

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